Das Kneipenquiz · Methodik

Woher das Wissen kommt

Zwanzig Fragen übers Kneipensterben, vierzehn übers Tresenwissen — jede mit einer Quelle. Hier steht, woher jede Angabe stammt, wie gewertet wird und was das Quiz über Ihre Antworten speichert. Das ist wenig, aber es soll niemand raten müssen.

Woher die Fragen kommen

Alle Fragen stehen in einer einzigen Datei (static/data/quiz.json). Aus ihr wird die Online-Fassung gebaut, aus ihr das Thekenset-PDF und aus ihr diese Seite. Eine Frage steht nirgends zweimal — sonst laufen die Fassungen früher oder später auseinander.

Die zwanzig Kernfragen sind in vier Runden geordnet: die Lage, die Ökonomie, der Mensch, das Comeback. Die kurze Runde nimmt zehn davon, je zwei bis drei aus jeder Runde, damit der Bogen erhalten bleibt.

Daneben steht die Tresenrunde: vierzehn Fragen über Sprache, Bier und Brauchtum, in zwei Runden geordnet. Sie lässt sich einzeln spielen und hält sich an andere Quellen — der nächste Abschnitt sagt, an welche.

Die Tresenrunde — anderer Stoff, dieselbe Regel

Die vierzehn Fragen der Tresenrunde sind keine Statistik. Es geht um Sprachgeschichte, Braukunde und Brauchtum: woher das Wort „Kneipe“ kommt, was im Reinheitsgebot von 1516 wörtlich steht, warum die Dorfgasthäuser in Brandenburg „Krug“ heißen. Dafür gibt es keine Zeitreihe, an der sich ein Wert ablesen ließe.

Die Projektregel gilt trotzdem: jede Behauptung eine Quelle, klickbar, unter der Auflösung und unten in der Liste. Belegt wird hier aus Wörterbüchern und Institutionen statt aus Statistiken — unter anderem das DWDS für die deutsche Wortgeschichte, das Online Etymology Dictionary fürs englische „Pub“, das Historische Lexikon Bayerns und der Deutsche Brauer-Bund fürs Reinheitsgebot, das Deutsche Rechtswörterbuch der Heidelberger Akademie fürs Krugrecht, Destatis für die Zahl der Brauereien, das LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte für die Trinkhallen, der Deutsche Skatverband für das Skatgericht.

  • Wo etwas Legende ist, steht das in der Auflösung. Bei Brauchtum ist vieles Überlieferung, die sich nicht bis zu einer Fundstelle zurückverfolgen lässt. Solche Stellen werden nicht glatt erzählt: Die Auflösung sagt, dass die Herleitung umläuft und nicht belegbar ist — und nennt, wo es sie gibt, die konkurrierende Erklärung.
  • Was nur wahrscheinlich ist, heißt „wahrscheinlich“. Die Wörterbücher formulieren an manchen Stellen selbst vorsichtig. Diese Vorsicht bleibt stehen, statt zur Tatsache geglättet zu werden.
  • Dreimal steht Wikipedia in der Quellenliste. Das ist eine bewusste Ausnahme: Für die zusammenfassende Darstellung von Brauchtum gibt es oft keine institutionelle Fundstelle. In allen drei Fällen trägt eine festere Quelle den Kern — das DWDS oder ein Fachdienst der Gastronomie —, Wikipedia nur das Beiwerk. Welche Frage das betrifft und was von dort stammt, steht unten bei den Quellen.

Für die Tresenrunde gilt damit dieselbe Linie wie für die Zahlen: lieber eine offene Unsicherheit als eine glatte Behauptung. Gewertet wird sie wie die Kernfragen — ein Punkt je richtige Antwort, vierzehn sind möglich.

Wie gewertet wird

Jede richtige Antwort gibt einen Punkt — mehr Gewichtung gibt es nicht. Bei Schätzfragen zählt die Größenordnung: Es gibt ein Toleranzband um den richtigen Wert, wer hineinschätzt, bekommt den Punkt.

  • Auswahl- und Richtig-oder-falsch-Fragen: ein Punkt für die richtige Antwort, sonst keiner.
  • Schätzfragen: ein Punkt, wenn die Schätzung im Toleranzband liegt. Die Bänder sind bewusst großzügig — der Lerneffekt steckt im Abstand zwischen Schätzung und Wirklichkeit, nicht im Scheitern.
  • Volltreffer heißt: die Schätzung saß im innersten Fünftel. Das ist eine Auszeichnung, kein zusätzlicher Punkt.

Aus der Punktzahl folgt der Ergebnis-Typ — Laufkundschaft, Stammgast oder „Gehört zum Inventar“. Die Grenzen liegen bei einem Drittel und zwei Dritteln der möglichen Punkte — in der kurzen Runde, der langen und der Tresenrunde nach derselben Regel, nur auf zehn, zwanzig und vierzehn Fragen gerechnet.

Eine Abweichung gibt es, und zwar nur im Thekenset für den Quizabend: Dort laufen Kern- und Tresenfragen an einem Abend zusammen, und die Tresenfragen zählen einen halben Punkt statt einen ganzen. Sonst entschiede die Wortherkunft den Abend und nicht das Thema. Hier online spielt jeder Modus für sich — deshalb zählt hier jede Antwort gleich.

Was mitgezählt wird — und was nicht

Am Ende eines Laufs zählt die Seite zwei Dinge mit: zu jeder Frage, welche Antwortklasse gewählt wurde, und zum ganzen Lauf, wie viele Punkte herauskamen. Das sind reine Zähler — Zahlen, die um eins hochgehen.

  • Keine Sitzung, kein Cookie, keine IP-Adresse. Es wird nichts gespeichert, womit sich zwei Läufe derselben Person zuordnen ließen.
  • Keine Zeitstempel. Ohne sie lässt sich auch nachträglich nicht rekonstruieren, wer wann gespielt hat.
  • Kein einzelner Lauf. Gespeichert wird nicht „Lauf 417 hat so geantwortet“, sondern nur „diese Antwort kam n-mal vor“.

Wozu überhaupt: Die interessanteste Zahl des Quiz ist, wie weit die Schätzungen daneben liegen. Sobald genug Antworten zusammengekommen sind, soll das in den Auflösungen stehen — belegt statt behauptet. Bis dahin steht die Zahl nirgends.

Der Fortschritt während des Spiels liegt im Zwischenspeicher Ihres Browsers und verlässt das Gerät nicht. Mehr dazu in der Datenschutzerklärung.

Wo die Zahlen wackeln

Einzelne Antworten sind keine Ablesung, sondern eine Rechnung aus belegten Werten — sie sind im Spiel und unten in der Quellenliste als solche gekennzeichnet. Wo eine Quelle zwei Fassungen hat oder zwei Werke einen Befund tragen, steht das ebenfalls dort.

Bewegliche Zahlen sind vor allem die Betriebszahlen und der Pro-Kopf-Verbrauch: Sie werden jährlich fortgeschrieben. Der Stand dieser Fassung steht am Ende der Seite.

Die Quellen

Jede Zahl im Quiz hängt an einer Quelle; im Spiel liegt sie hinter der Fußnote unter der Auflösung. Hier stehen alle auf einmal.

Wo gerechnet statt abgelesen wurde, wo zwei Werke einen Befund tragen oder wo die Quelle vorsichtiger ist als der Satz, steht es hier und unter der jeweiligen Auflösung:

Frage 1: Eine Reihe, eine Quelle: Destatis-Umsatzsteuerstatistik WZ 56.3.

Frage 2: Eigene Rechnung aus der Destatis-Zeitreihe (46.500 im Jahr 2002 auf rund 21.000 im Jahr 2022).

Frage 6: Belegt ist die Marge je Euro Umsatz (minus 2 bis plus 3 Cent). Die 48 Cent Mehrwertsteuer und die Umrechnung auf das 3-Euro-Bier sind eigene Rechnung.

Frage 11: Zuerst genannt ist die peer-reviewte Fassung von 2017; die Ursprungsstudie war ein Auftragsbericht für die Pub-Organisation CAMRA.

Frage 15: Zwei Werke, ein Beleg: der Chicago-Befund aus „Heat Wave“ (2002), der Begriff aus „Palaces for the People“ (2018).

Frage 101: Das DWDS führt die Herleitung über „kneipen“ als „wahrscheinlich“ — deshalb steht sie hier als Vermutung, nicht als Tatsache.

Frage 103: Zwei Belege: der Wortlaut der Verordnung im Historischen Lexikon Bayerns, die Begründung („Wirkungsweise damals noch nicht bekannt“) beim Deutschen Brauer-Bund.

Frage 106: Der Kern — ein Bier und ein Schnaps — steht im DWDS. Die Regionalvarianten fassen wir nach Wikipedia zusammen; eine institutionelle Fundstelle dafür gibt es nicht.

Frage 110: Zwei Belege: das Wort im DWDS, das Krugrecht im Deutschen Rechtswörterbuch der Heidelberger Akademie. Im DWDS steht das Krugrecht ausdrücklich nicht.

Frage 112: Bewusste Wikipedia-Ausnahme: Für die Legende und ihre Gegenerklärung gibt es keine institutionelle Fundstelle. Belegt ist hier vor allem, was nicht belegt ist.

Frage 113: Der Kern — Bierfilze als Untersetzer und als Abdeckung, der Name vom Abdecken — steht bei HOGAPAGE; Wikipedia trägt die Fertigungsgeschichte ab 1880 bei.

Stand der Zahlen: 2. August 2026.

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